Planlos in den Canadian Rockies

Vor einigen Jahren waren wir schon einmal in den kanadischen Rockies, damals mit einem Mietcamper. Wir reisten 3 Wochen durch B.C. & Alberta und besuchten unter anderem den Jasper und Banff National Park. Damals verfestigte sich auch die Idee, einmal mit unserem eigenen Wohnmobil durch die kanadische Landschaft zu fahren und nun waren wir hier, viel schlechter geplant als das letzte Mal. Eine Reise durch die beiden Nationalparks in der Hochsaison muss man planen, Campingplätze und Touren weit im Voraus buchen, um überhaupt noch Plätze zu bekommen. Da wir aber lange Zeit nicht wussten, wann wir in der Region sein würden, mussten wir etwas spontaner agieren. Ich muss sagen, auch so war es eine wunderbare Zeit. Wir waren “gezwungen”, uns die Gegend ohne (die meisten) typischen Touren anzusehen und da wir vieles schon gesehen hatten, waren wir in dieser Hinsicht auch relativ entspannt unterwegs.

Banff

Anders als bei unserem letzten Besuch kamen wir diesmal von Calgary aus von Süden her in die Nationalparks. Unsere erste Station war daher das Städtchen Banff. Wir parkten unseren Bus etwas ausserhalb, da im Zentrum kaum ein Parkplatz zu finden war. Wir schlenderten 1, 2 Stunden durch das von Touristen überfüllte Städtchen und das reichte uns dann auch. Banff ist schön, touristisch und man findet alles, was das Herz begehrt (ausser Ruhe ;)). Also fuhren wir weiter und anstatt einfach auf dem Trans Canada Highway weiterzufahren, bogen wir auf den Bow River Valley Parkway nach Lake Louise ab, wo wir einen Platz für unsere erste Nacht gebucht hatten. Der Bow River Valley Parkway ist landschaftlich atemberaubend und man bekommt einen guten Vorgeschmack auf die beeindruckende Gegend, die einen weiter nördlich erwartet.

 

Yoho National Park

Für unsere zweite Übernachtung mussten wir ein wenig aus den stark frequentierten Parks herausfahren und konnten uns einen Platz im Yoho Nationalpark sichern. Da wir den Yoho NP bei unserem letzten Besuch ausgelassen hatten, nahmen wir uns hier einen Tag Zeit, um etwas weiter hineinzufahren. Wir besuchten den Emerald Lake, einen wunderschönen türkisfarbenen See, der nicht so überlaufen ist wie der Moraine Lake oder der Lake Louise. Es folgte eine etwas aufregendere Fahrt zum Trailhead zu den Takakkaw Falls, da die Strassen teilweise eng und kurvig waren. An einer Stelle mussten wir ein Stück rückwärts fahren (siehe Zeitraffer), da unser Bus etwas zu lang war, um problemlos um die Haarnadelkurve zu kommen. Die Wanderung zum Wasserfall war kurz und schön und der Wasserfall sehr beeindruckend.

Bustour zum Moraine Lake und dem Lake Louise

Für den nächsten Tag konnten wir noch je ein Busticket nach Moraine Lake (2017 konnten wir noch mit unseren eigenen Fahrzeugen zum See fahren - das ist nun nicht mehr möglich) und Lake Louise ergattern. Ergattern ist hier auch der richtige Ausdruck, denn ein letztes kleines Kontingent an Tickets geht kurz vor den jeweiligen Tagen in den Verkauf und man muss zur richtigen Zeit am Computer sitzen, sonst sind alle Tickets weg. Für unsere lieben ehemaligen Kollegen: Ein echter Hype also ;)

Das Wetter an diesem Tag war ziemlich bedeckt und regnerisch, aber vor allem der Moraine Lake ist immer einen Ausflug wert, es ist schon aussergewöhnlich schön dort. Lake Louise ist auch sehr schön, aber wir würden nicht unbedingt noch einmal hinfahren wollen.

Peyto Lake & Icefields Parkway

Für die nächsten zwei Nächte hatten wir einen Platz auf dem Whistlers Campground im Jasper National Park gebucht. Die Fahrt dorthin ist beeindruckend und führt über den Icefields Parkway. Unser erster Stopp war der Peyto Lake, nur eine kurze Wanderung vom sehr kleinen Parkplatz entfernt. Zum Glück waren wir früh da, denn als wir losfuhren, standen die Leute schon Schlange, um auf den Parkplatz zu kommen. Aber der Stopp hat sich gelohnt, denn nach einem kurzen steilen Anstieg erreicht man eine Plattform, von der aus man den ganzen See überblicken kann. Aus dieser Perspektive sieht die Silhouette des Sees wie ein Wolf aus.

Unser nächstes grösseres Ziel war das Columbia Icefield. Da wir beim letzten Mal eine Tour auf den Gletscher gemacht hatten, wollten wir ihn diesmal von unten sehen und machten eine kleine Wanderung zum Fuss des Gletschers, die auch schön und recht einfach war. Den Rest des Tages fuhren wir den Rest des Icefields Parkway und genossen die vielen kurzen Stopps mit atemberaubenden Aussichtspunkten.

Am zweiten Tag wollten wir etwas entspannen und fuhren zu den Miette Hot Springs. Auch die Fahrt dorthin war sehr beeindruckend, vor allem das Stück direkt hinter der Stadt Jasper. Die Hot Springs selbst waren etwas enttäuschend. Sehr klein und leider auch nicht sehr warm. Den Abend verbrachten wir dann gemütlich mit Freunden auf dem Whistlers Campground. Unser weiterer Weg führte uns dann ein kurzes Stück Richtung Osten, wo wir uns den Mt. Robson anschauen wollten. Leider spielte das Wetter nicht mit und wir sahen nur einen grossen Wolkenturm. Zum Glück konnten wir den Mt. Robson beim letzten Mal in seiner ganzen Pracht bewundern. So fuhren wir weiter durch die Ausläufer der kanadischen Rockies in Richtung Yukon.

Die kanadischen Rockies sind immer wieder beeindruckend und wir würden sie auch nach zwei Besuchen wieder besuchen, wenn sich die Gelegenheit bieten würde. Dieses Mal haben wir sie aus einer etwas anderen Perspektive gesehen und sind uns sicher, dass wir erst einen kleinen Teil dessen gesehen haben, was diese wunderschöne Region zu bieten hat.

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