Nova Scotia & der Camper kommt endlich!

Wie bereits in einem vorhergehenden Post erwähnt, sind wir via Montreal nach Halifax auf die Halbinsel Nova Scotia gereist. Zum Start unserer Reise, oder wahrscheinlich müsste man eher sagen, zum Abschluss unseres Arbeitsalltages, haben wir uns im Südwesten von Nova Scotia ein Airbnb - es war ein ausgebauter Schiffscontainer. Schlafzimmer, Dusche/WC, eine kleine Küche sowie ein „Wohnzimmer“ - gegönnt um einfach ein paar Tage abzuschalten. Einfach mal nichts tun. Oder wieder mal mehr als nur ein Kapitel in einem Buch am Stück lesen. Auf der Terrasse die Sonne geniessen (wenn auch in der leichten Winterjacke). Endlich mal wieder ein Kartenspiel spielen. Den Wildgänsen am Strand zuschauen und mit dem Feldstecher die Fischerboote inspizieren. Wir verbrachten sehr entspannte Tage in dieser Unterkunft. Der warme Whirlpool hat dem ganzen natürlich noch die Krone aufgesetzt. Ganz besonders, weil die Temperaturen eher gegen 0 als gegen 10 gingen. Wir konnten uns sehr gut erholen und uns einstimmen auf das was kommen sollte.

Nach knapp einer Woche ging’s dann auf einen kleinen Roadtrip, welcher uns via die Ostküste Nova Scotias in den Nordwesten der Halbinsel und schlussendlich auf Prince Edward Island führte. Leider war auch da häufig das Problem, dass viele Ausflugsziele schlicht noch geschlossen hatten und wir deshalb eher einen Light-Aufenthalt verbrachten und vieles leider nur vom Auto (oder Parkplatz) aus anschauen konnten. Dennoch unternahmen wir den einen oder anderen Spaziergang.

Als nächste Station peilten wir Peggy’s Cove an. Diese kleine Ortschaft liegt etwas südlich von Halifax und man fühlt man sich auf die Lofoten in Norwegen versetzt. Der gleiche Stil der Häuser - in allen Farben - sehr ähnliche, wunderschöne Landschaft und die raue See. Für einige ist Peggy’s Cove allenfalls in einem anderen - sehr tragischen - Zusammenhang bekannt; 1998 stürzte der Swissair Flug 111 von New York nach Genf vor der Küste ins Meer. An die Opfer und die Helfer von damals erinnert eine sehr schöne und stilvoll angelegte Gedenkstätte.

Und schlussendlich ging es endlich zurück ins Hotel in Halifax, da der Termin der Ankunft von unserem Camper immer näher rückte. Am 24.04. war es dann soweit. Das Cargo-Schiff legte frühmorgens im Hafen von Halifax an. Wir konnten das Schiff seit der Abfahrt in Hamburg über eine App tracken und wussten so immer wo sich unser Heim für die nächsten 2 Jahre befand. Ursprünglich wollten wir bei der Hafeneinfahrt des Schiffes dabei sein, allerdings kam es schlussendlich früher (morgens um ca. 5 Uhr) in Halifax an als auf dem „Fahrplan“… so früh wollten wir dann auch wieder nicht aus den Federn. Und endlich hatte sich auch der Agent der Verschiffungsfirma gemeldet um mit uns einen Termin zu vereinbaren. In der Regel brauchen die Behörden und der Zoll in Halifax so um die 2 - 3 Tage für die Inspektion des Fahrzeuges und die Freigabe. Da der Ankunftstermin ein Mittwoch war, hatten wir zuerst die Befürchtung, dass wir Emi nicht vor dem nachfolgenden Montag aus dem Hafen bekommen. Glücklicherweise haben wir den Termin mit dem Agent aber dann für Freitagvormittag erhalten.

Der Termin war für morgens um knapp 9 Uhr angesetzt. Also Uber bestellen, auf die andere Seite der Stadt fahren und ins Office des Agenten. Ausser uns waren noch weitere Leute da, welche ebenfalls ihr Fahrzeug verschifft hatten. Die Formalitäten mit dem Agenten dauerten kaum eine Viertelstunde. Wir mussten von ihm resp. es war eine sie, eine sogenannte Arrival Notice mit Stempel abholen. Und natürlich noch die Bearbeitungsgebühren bezahlen. Danach wurden wir zum Zoll weitergeschickt. Glücklichweise kamen weitere Personen mit dem Taxi an, so konnten wir uns den 10-minütigen Fussmarsch sparen und übernahmen die Mitfahrgelegenheit dankend. Ja, man passt sich ziemlich schnell den hiesigen Gepflogenheiten bzgl. Bequemlichkeit an. Auch beim Zoll ging alles ziemlich flott vonstatten. Ein paar Fragen was wir im Bus dabei hätten und was genau der Zweck unserer Reise sei. Auch ein paar Belehrungen was erlaubt und was nicht erlaubt sei. Alles mit der kanadischen Höflichkeit und Hilfsbereitschaft (ernst gemeint!). Danach gab es nochmals einen Stempel und wir wurden weiter zum Hafen geschickt. Also wieder Uber bestellen und ab zum Hafengelände.

Wie in Hamburg mussten wir auch in Halifax im Hafen unsere Warnwesten tragen. Ohne diese wurde nicht einmal die Sicherheitsschleuse für den Zutritt zur Hafenanmeldung geöffnet. Die Anmeldung bei der Security war mehr eine Alibiübung. Es wurde kein Ausweis verlangt, nichts wirklich geprüft. Und schon wurden wir von einem Mitarbeiter tiefer ins Hafengelände zu einem Gebäude gefahren. Da mussten wir die ganzen Dokumente vom Agent und vom Zoll vorlegen und dann hiess es warten. Ziemlich lange. Allerdings war die Freude auf unser Fahrzeug so gross, dass uns die Warterei nicht genervt hat. Auch das Wetter hat sich von der besten Seite gezeigt (gewartet wurde draussen). Und nach rund 90 Minuten fuhr dann endlich unser Camper vor! Ein kurzer Check mit dem Hafenmitarbeiter und das wars! Wir hatten unsere Unterkunft wieder! Ohne Kratzer. Ohne materiellen Verlust. Nur etwas dreckig war er. Gut hatten wir ihn in Hamburg nicht noch extra gewaschen und sauber gemacht… 🙄

Ab die Post! Raus aus dem Hafen und in Richtung Hotel um unseren Kram zu holen. Das erste Mal mit unserem eigenen Auto auf kanadischem Asphalt fahren. Ein herrliches Gefühl. Und irgendwie surreal. Jetzt konnte das Abenteuer starten.

Beste Grüsse aus dem Van

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