Aufbruch Richtung Westen
Nachdem wir schon einige Zeit in Nova Scotia und Neufundland verbracht hatten, zog es uns nun wirklich nach Westen. Kanada von Ost nach West zu durchqueren ist nicht zu unterschätzen, das Land ist riesig und wir hatten eine lange Strecke vor uns, wenn wir, wie geplant im Sommer noch in Alaska ankommen wollten. Einige Provinzen haben auf der Ost-West-Route nicht sehr viel zu bieten und können in 1 - 2 Tagen durchquert werden, andere, wie z.B. Ontario brauchen etwas mehr Zeit und haben mehr sehenswerte Stopps.
Aber zurück nach Nova Scotia: Vor Emis Ankunft und direkt danach hatten wir, wie schon berichtet, bereits einen Grossteil der Halbinsel inklusive Prince Edward Island bereits erkundet. Cape Breton Island mit dem Nationalpark hatten wir uns für nach Neufundland aufgehoben, in der Hoffnung, dass der Frühling schon etwas weiter fortgeschritten sein würde. Wir planten den berühmten Cabot Trail zu fahren und die Landschaft zu geniessen. Der Cabot Trail war wirklich sehr schön, der Frühling aber scheinbar noch weit entfernt, die Bäume waren noch immer ohne Laub und die meisten Geschäfte noch “closed for the season”.
New Brunswick
Unser nächstes Ziel war New Brunswick mit dem Fundy National Park und den Hopewell Rocks, die vor allem durch die starke Ebbe und Flut in der Fundy Bay entstanden sind. Auf der Fahrt dorthin machte sich endlich der Frühling bemerkbar. Die Bäume hatten frische Blätter und am Strassenrand blühten die Blumen. In Fundy Bay angekommen, hatten wir auch endlich sommerliche Temperaturen und konnten zum ersten Mal auf die Heizung im Bus verzichten. Die Gegend um die Hopewell Rocks bot viele schöne Trails und die Formationen selbst waren spannend anzusehen. Wir sahen die Formationen bei höchstem Wasserstand und konnten beobachten, wie sich das Wasser zurückzog, während wir entlang der Bucht in Richtung unseres Campgrounds fuhren. Dort blieben wir ein paar Tage stehen, entspannten uns und brachten unsere Emi wieder auf Vordermann, bereit für den nächsten Abschnitt, 4 (bzw. 3) Grossstädte direkt hintereinander.
4 (bzw. 3) Grossstädte
Wer uns, oder besser gesagt Tobi kennt, weiss, dass Städte normalerweise lieber umfahren werden. Aber da ich Städte ab und zu doch sehr mag, musste er da durch und wir machten uns bereit, uns drei Städte hintereinander anzusehen. Montreal, die vierte Stadt auf der Route haben wir bewusst ausgelassen, da wir dort einige Tage nach unserer Ankunft in Kanada verbracht haben. Um es uns etwas einfacher zu machen, haben wir uns vorher über die Städte informiert und uns genau überlegt, wie wir unsere Zeit verbringen wollten, und bis auf Toronto haben wir auch immer ausserhalb übernachtet und uns auf ein paar Stunden beim “vorbeifahren” beschränkt. So waren Québec und Ottawa sehr entspannt und auch Tobi freute sich über die Abwechslung. Die Gegend um Toronto war schon etwas anderes. Toronto ist riesig und chaotisch, vor allem ausserhalb des Stadtzentrums auf den Strassen. Wir haben über eine Woche in der Region verbracht und waren sehr froh, als wir endlich wieder abreisen konnten. Fairerweise muss ich aber sagen, dass wir an dem einen Tag, an dem wir in die Innenstadt gefahren sind, auch eine gute Zeit hatten, und uns Downtown Toronto sehr gut gefallen hat.
Ausflug zu den Niagara Falls
Etwas, worauf ich mich schon sehr lange gefreut hatte, war, die Niagara Falls mit eigenen Augen zu sehen. Um sie von der kanadischen Seite aus zu sehen, muss man auf dem Weg nach Westen einen nicht unerheblichen Umweg in Kauf nehmen, den wir aber natürlich sehr gerne gemacht haben. Die Niagara Region ist hübsch und wir hätten durchaus noch 2 oder 3 weitere Tage bleiben können, aber wir haben uns entschieden, direkt zu den Falls zu fahren und dann wieder zurück in die Toronto Region um weiter nach Westen zu fahren.
Bei den Niagara Falls angekommen, wurden wir von traumhaftem Wetter und einer riesigen Gischtwolke begrüsst. Schon auf dem Weg zum Parkplatz erhaschten wir kurze Blicke auf die obere Kante der Falls und als wir dann davor standen, waren wir wirklich beeindruckt. Das Gelände rund um die Falls und die Wege sind sehr touristisch und gepflegt und wir verbrachten einen wunderbaren Tag damit, die Falls aus allen möglichen Perspektiven zu betrachten und das Wetter zu geniessen. Wir gönnten uns sogar einen viel zu teuren, aber wirklich lohnenswerten Ausflug auf eine Plattform unterhalb der Falls, auf der man, wenn man sich nicht mit einem Regenmantel schützt, tropfnass wird. Der Blick von unten auf die Falls war den Preis auf jeden Fall wert.
Zurück in der Toronto Region und nach rund 2 Wochen in relativ dicht besiedeltem Gebiet, freuten wir uns nach Nordwesten, in Richtung Bruce Peninsula und wieder mehr Natur und Ruhe aufzubrechen. Es dauerte noch fast eine weitere Woche, bis wir Ontario verliessen, aber die Seenlandschaft überraschte uns positiv.